Vom 17.-20. November 2010 wird die medica 2010 Besucher aus aller Welt anlocken. Die medica ist das Weltforum der Medizin. Drei Bayreuther Unternehmen werden ebenfalls auf dieser internationalen Messe präsent sein. Dort stellen sie das Projekt "Virtuelle Arztpraxis - Das Gesundheitsnetz von morgen" vor.
Verwaltungen und Untenehmen können durch die konsequente Einbindung von IT-Systemen kundenfreundlicher und kosteneffizienter arbeiten. Auch der Gesundheitsbereich sieht in technologiebasierten Anwendungen und in der Online-Vernetzung Potential zur Prozessoptimierung. So fasst der Oberbegriff ehealth eine Reihe von IT-gestützten Systemen zusammen, in denen Daten elektronisch gespeichert, ausgetauscht und ausgewertet werden. Und auch hiervon soll der Patient profitieren. So könnte per Mobilfunk und Internet der Arzt aus der Ferne den Patienten überwachen. Bei Störungen schlägt das System Alarm, der Arzt kann sofort handeln. Der Besuch in der Praxis oder im Krankenhaus lässt sich – etwa wenn es um die Kontrolle medizinischer Daten geht – durch Videokonferenzen ersetzen. Dass dies nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Realität funktioniert, dafür sorgen nun drei Bayreuther Unternehmen: die TMT TeleService GmbH & Co. KG, die TMT Media GmbH & Co. KG sowie die a.k.m. Agentur für Kommunikation & Marketing GmbH & Co. KG. Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Partner, dem Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der TU Kaiserslautern, werden die Bayreuther Unternehmen auf der medica ein entsprechendes Online-Gesundheitsnetz der Öffentlichkeit vorstellen.
Peter Maisel, Geschäftsführer der TMT TeleService: "Mit dem CMS-basierten multimedialen Netzwerk soll zukünftig eine Verbesserung der medizinischen Versorgung möglich sein. Durch den demographischen Wandel ist es vor allem in strukturschwachen Regionen immer schwieriger, eine optimale medizinische Fürsorge aufrecht zu erhalten." Die Fachärzte sind meist in den Großstädten angesiedelt und liegen somit weit entfernt von ihren ländlich wohnenden Patienten. "Mit Hilfe der Virtuellen Arztpraxis kann diesem Problem entgegengewirkt werden. Patienten müssen nicht mehr die weite Reise zu ihren Ärzten antreten, sondern können über ein internetgestütztes, interaktives Fernsehen mit ihnen kommunizieren", so Markus Spona von TMT Media. Dieses neuartige System, welches auf Video-Informationen und individuellen Gesundheitsprogrammen basiert, kann ortsunabhängig von der ganzen Familie genutzt werden.
Nach der Übertragung und Auswertung der Messdaten werden durch den Arzt entsprechende Maßnahmen für den Patienten eingeleitet. a.k.m.-Geschäftsführer Matthias Fischer sieht jedoch noch einen weiteren Aspekt des innovativen Gesundheitsnetzes: "Durch diesen Zugang zu Präventivmaßnahmen und einer gezielten, interaktiven Nachsorge kann eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität bei Patienten erreicht werden." Dies sei auch durch Videoschulungen bei Krankengymnastik oder Ernährungsberatung möglich. Zudem sorge, darin sind sich die Vertreter der beteiligten drei Partnerunternehmen einig, diese White Label-Lösung für eine enorme Kostenreduktion im Gesundheitswesen. Michael Kolb: "Wie immer wenn das Internet im Spiel ist, ist der Patient räumlich und zeitlich unabhängig". Findet nämlich das Arzt-Patienten-Gespräch virtuell in der Wohnung des Patienten statt, gibt es keine längeren Ausfallzeiten für den Wartezimmeraufenthalt beim Arztbesuch, keine Reisekostenerstattungen bei chronisch Kranken sowie weniger Bürokratismus. Maisel: "Das spart bei allen Beteiligten Zeit und Geld."